Cook sitzt neben Brigette Macron am Präsidententisch
Zu seinem ersten State Dinner, ein formales Abendessen zu Ehren eines ausländischen Staatsgastes, hat US-Präsident Donald Trump neben dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und 150 anderen Gästen auch Tim Cook eingeladen. Der CEO von Apple kam gestern in Begleitung von Lisa Jackson, die beim dem Technologiekonzern für Umwelt, Politik und Soziales zuständig ist, ins Weiße Haus. Von dort war zu hören, dass die Trump-Familie entschieden hatte, das Essen in einem kleineren Rahmen abzuhalten als das zuletzt der Fall war. Zu Obamas State Dinners waren zuweilen bis zu 400 Gäste geladen. Cook saß wie 2015 beim Chinese State Dinner des Vorgängers am Tisch des Präsidenten – direkt neben Brigette Macron.

Persönliches Gespräch für heute verabredet
Was sie besprechen wollen, bleibt unklar; sicher ist jedoch, dass sich US-Präsident Trump und CEO Cook heute zu einem persönlichen Treffen verabredet haben. Das Gespräch wird im Oval Office stattfinden. Zuletzt diskutierten die beiden 2016 in einem Gremium miteinander, in dem es um die technologische Modernisierung der USA ging. Das Treffen findet um 13.45 Uhr Ortszeit unter Ausschluss der Presse statt (entspricht 18:45 MEZ).

Nicht immer einer Meinung
Tim Cook hat in der Vergangenheit mehrfach seine abweichende Meinung zu Trumps Poltik geäußert. Er kritisierte etwa – allerdings als Letzter in einer Reihe von Silicon-Valley-Prominenten – das Verhalten Trumps beim Nazi-Anschlag in Charlottesville. Cook formulierte den Grund der eher leisen Kritik an Missständen in der Gesellschaft einmal damit, dass Apple lieber etwas tut als nur spricht: “Und wir engagieren uns, wenn wir einverstanden sind, und wir engagieren uns, wenn wir nicht einverstanden sind. Ich denke, es ist sehr wichtig, das zu tun, weil man die Dinge nicht einfach durch Schreien ändert.” Cook soll allerdings auf Trump eingewirkt haben, im Klimaabkommen zu verbleiben.

Apple will etwas “zurückgeben”
Positiv äußerte sich Apple über die Steuerreform der Trump-Regierung. Sie ermöglicht dem Konzern Gewinne, die im Ausland erwirtschaftet worden sind, steuergünstig in die USA zu holen. Es war die Rede von rund 250 Milliarden US-Dollar, von denen Apple bereits im Januar angekündigt hat, den Großteil zum Firmensitz zu transferieren. Rund 38 Milliarden Dollar Steuern werden dafür voraussichtlich fällig. Nachdem Cook bereits angekündigt hatte, “man wolle dem Land etwas zurückgeben”, ließ Apple später verlauten, man werde innerhalb der nächsten fünf Jahre 350 Milliarden Dollar in die amerikanische Wirtschaft investieren – eine Nachricht, die Trump wohl gerne hört. Des Präsidenten nach außen getragenes Motto lautet “America first”.